Internationales Pool Billard Regulativ - Teil 5

Die Spielregeln - Teil 5

 

Blackball

5.1 Definitionen
5.2 Ausrüstung
5.3 Entscheidung über den Anstoß
5.4 Der Aufbau beim Blackball
5.5 Anstoß
5.6 Offener Tisch / Wahl der Gruppen
5.7 Fortsetzung des Spiels
5.8 Lageverbesserung aus dem Kopffeld
5.9 Press liegende Kugeln
5.10 Aus einem Snooker spielen
5.11 Wiedereinsetzen der Kugeln
5.12 Patt
5.13 Standardfouls
5.14 Fouls, die zum Spielverlust führen

Blackball wird mit 15 farbigen Objektkugeln und einer Weißen gespielt. Die Objektkugeln bestehen aus zwei Gruppen, bestehend aus jeweils sieben Kugeln und der Schwarzen. Der Spieler oder das Team, welches zuerst alle Kugeln der eigenen Gruppe versenkt hat und dann regelgerecht die Schwarze versenkt, gewinnt das Spiel. Stöße brauchen nicht angesagt zu werden.

5.1 Definitionen

Zusätzlich zu den Definitionen, die unter 8. Definitionen erklärt werden, gibt es im Blackball folgende Begriffsbestimmungen:

Free Shot
Nachdem ein Foul begangen wurde, erhält der dann aufnahmeberechtigte Spieler einen zusätzlichen Stoß („Free Shot“). Bei einem Free Shot ist Regel 6.2 Falsche Kugel zeitweilig außer Kraft gesetzt und der Spieler kann die Weiße von da weiter spielen, wo sie liegt oder eine Lageverbesserung aus dem Kopffeld vornehmen.

Kopffeld
Das Kopffeld ist die rechteckige Fläche am Anfang des Tischs, die durch die Kopflinie und drei Banden begrenzt wird. Die Kopflinie verläuft parallel zur Kopfbande und ist genau ein Fünftel der Spielfläche von ihr entfernt. Um die allgemeinen Regeln hier anzuwenden, gilt, dass „hinter der Kopflinie“ das gleiche bedeutet wie „im Kopffeld“.

Snooker
Ein Spieler liegt im “Snooker” (Anm. d. Übersetzers: oder er ist „gesnookered“), wenn die Weiße keinen geraden und direkten Weg zu mindestens einem Teil einer regelkonform zu spielenden Objektkugel anlaufen kann. Der Snooker muss vorher vom Schiedsrichter verkündet werden, um wirksam zu sein.

Zulässige Kugel
Eine Kugel gilt dann als “zulässig”, wenn sie für den Spieler in dem Moment ein regelkonformes Ziel darstellt.

5.2 Ausrüstung

Die 15 Objektkugeln unterteilen sich in zwei Gruppen zu jeweils sieben Kugeln, die sich darin unterscheiden, dass sie entweder aus vollfarbigen Kugeln mit unterschiedlichen Farben oder aus den üblichen sieben Vollen und sieben Halben bestehen. (1 bis 7 und 9 bis 15 sind die zwei Gruppen). Zusätzlich gibt es eine schwarze Kugel oder eine schwarze Kugel mit der Nummer „8“. Der Fußpunkt und die Kopflinie auf dem Tisch müssen markiert sein.

5.3 Entscheidung über den Anstoß

Derjenige Spieler, der das Ausstoßen gewinnt, entscheidet, wer den ersten Anstoß ausführt (Siehe 1.2 Ausstoßen des Anstoßrechts). Das Standardformat bezüglich der Reihenfolge ist das Wechselbreak. (Siehe auch die Regularien).

5.4 Der Aufbau beim Blackball

Die Kugeln werden wie in der Skizze unten beschrieben aufgebaut. Die Schwarze liegt auf dem Fußpunkt.
Der Aufbau beim Blackball

5.5 Anstoß

Die folgenden Regeln beziehen sich auf den Anstoß:

a) Die Weiße muss aus dem Kopffeld gespielt werden.
b) Es muss mindestens eine Kugel versenkt werden oder zwei Kugeln müssen über die Mittellinie laufen. Ansonsten ist der Anstoß ein Foul.
c) Falls die Schwarze beim Anstoß versenkt wird, werden alle Kugeln wieder aufgebaut und derselbe Spieler stößt erneut an. Jeglicher Verstoß gegen Regel 6.1 Weiße fällt in eine Tasche oder springt vom Tisch und 6.5 Kugel, die vom Tisch springt wird bei einem Anstoß, bei dem die Schwarze fällt, ignoriert.

5.6 Offener Tisch / Wahl der Gruppen

Ein Tisch gilt als “offen”, solange die Gruppen den Spielern noch nicht zugeordnet sind. Der Tisch ist nach dem Anstoß immer offen und bleibt offen, bis ein Spieler eine Kugel einer Gruppe alleine mit einem normalen Stoß versenkt; d.h. nicht mit einem Anstoß oder einem Free Shot. Versenkt der Spieler eine Kugel unter den oben genannten Umständen, wird ihm die jeweilige Gruppe zugeordnet und der Gegner erhält automatisch die andere Gruppe.

5.7 Fortsetzung des Spiels

Der Spieler bleibt an der Aufnahme, solange er regelgerecht Kugeln versenkt oder bis das Spiel beendet ist. Gelingt es ihm nicht, regelgerecht eine Kugel zu versenken, und er begeht kein Foul, übernimmt der Gegner die Position so, wie der Spieler sie hinterlassen hat.

5.8 Lageverbesserung aus dem Kopffeld

Wenn ein Spieler Lageverbesserung aus dem Kopffeld hat, darf er die Weiße überall innerhalb des Kopffelds verlegen. Er kann die Position der Weißen so lange verändern, bis er seinen Stoß ausführt. Die Weiße muss das Kopffeld nicht verlassen haben, bevor sie eine farbige Objektkugel berührt.

5.9 Press liegende Kugeln

Wenn die weiße Kugel press an einer Objektkugel liegt, darf der Spieler die Weiße nicht in Fußpunkt Richtung der Objektkugel spielen. Es wird angenommen, dass die Weiße die Objektkugel getroffen hat, wenn er von dieser wegspielt, falls das die zulässige Kugel für den Stoß ist.

5.10 Aus einem Snooker spielen

Wenn ein Spieler gesnookered ist, wird Regel 6.3 Keine Bande nach der Karambolage für diesen Stoß außer Kraft gesetzt.

5.11 Wiedereinsetzen der Kugeln

Objektkugeln, die vom Tisch gesprungen sind, werden auf der Längslinie wieder aufgebaut. Müssen mehrere Kugeln aufgebaut werden, so geschieht dies in der folgenden Reihenfolge:
(1) Die Schwarze, (2) Kugeln der Gruppe des aufnahmeberechtigten Spielers oder rote, blaue bzw. volle Kugeln, wenn der Tisch offen ist, (3) andere Kugeln

5.12 Patt

Falls ein Patt auftritt, weil beide Spieler keine Entscheidung herbeiführen wollen, beginnt der
Spieler die Partie erneut, der auch ursprünglich angestoßen hat. Ein Patt tritt auch dann ein,
wenn die Position keinen regelkonformen Stoß mehr zulässt.

5.13 Standardfouls

Wenn ein Spieler ein Foul begeht, wechselt die Aufnahme über auf seinen Gegner. Der
aufnahmeberechtigte Spieler hat einen Free Shot (Siehe Free Shot) als ersten Stoß seiner
Aufnahme.
Folgende sind Standardfouls im Blackball:

6.1 Weiße fällt in eine Tasche oder springt vom Tisch
6.2 Falsche Kugel (außer Kraft gesetzt während eines Free Shot)
6.3 Keine Bande nach der Karambolage
6.4 Kein Fuß auf dem Boden
6.5 Kugel, die vom Tisch springt
6.6 Berühren der Kugeln
6.7 Durchstoß / Press liegende Kugeln
6.8 Schieben der Weißen
6.9 Sich noch bewegende Kugeln
6.10 Falsches Positionieren der Weißen (Bei Lageverbesserung aus dem Kopffeld)
6.12 Queue auf dem Tisch
6.13 Stoßen außerhalb der eigenen Aufnahme
6.15 Zeitspiel

Folgende Situationen sind zusätzlich ein Foul beim Blackball.

5.13.1 – Versenken einer Kugel des Gegners – Es ist ein Foul, eine Kugel des Gegners zu versenken, ohne dass dabei eine eigene Kugel versenkt wird.
5.13.2 – Unkorrekter Tisch – Es ist ein Foul, zu stoßen, bevor alle Kugeln aufgebaut sind, die wieder aufgebaut werden müssen.
5.13.3 – Jump Shot – Das Springen der Weißen über jegliche Kugel gilt als Foul. (Wenn die Weiße von der Spielfläche abhebt und eine Objektkugel nicht trifft, die sie getroffen hätte, wäre sie nicht vom Tisch abgehoben, so gilt das als Springen der Weißen über diese Objektkugel).

5.14 Fouls, die zum Spielverlust führen

Der Spieler verliert das Spiel, wenn er:

a) Die Schwarze mit einem nicht regelkonformen Stoß versenkt;
b) Die Schwarze versenkt, obwohl sich noch Kugeln seiner Gruppe auf dem Tisch befinden;
c) Absichtlich Regel 6.2 Falsche Kugel verletzt; oder
d) Nicht versucht, eine zulässige Kugel zu treffen.

6.16 Unsportliches Verhalten wird durch den Verlust eines Spiels oder eine andere Strafe,
abhängig vom Vergehen, bestraft.